FRAGEN EINES BAUHERRN 2017-09-06T19:02:50+00:00

FRAGEN EINES BAUHERRN

Was ist, von meiner Seite alles zu tun? Welche Pflichten habe ich?

Der Mieter trägt Erschließungsbeiträge und Kosten für Naturschutzmaßnahmen nach dem BauGB sowie einmalige Abgaben nach dem Kommunalabgabenrecht, für die ein Bescheid ab Vertragsschluss zugestellt wird.

Ihm obliegt es auch auf eigene Kosten eventuell anfallende Genehmigungen zu erwirken oder die erforderlichen Anschlüsse für die Errichtung eines Wohnhauses zu schaffen.

Als Sicherheit für sämtliche Ansprüche des Vermieters aus dem Mietvertrag übergibt der Mieter bei Vertragsschluss eine Barkaution in der Höhe eines zu erwartenden Umzugs der Mobilie oder eine Bürgschaftserklärung eines in der europäischen Gemeinschaft zugelassenen Kreditinstituts oder Kreditversicherers in entsprechender Höhe. Sollte also der Bauherr ableben und es würde kein Erbe gefunden, der das Haus weiter nutzen möchte, kann der Grundstückseigentümer diese Sicherheit in Anspruch nehmen.

Der Mieter hat die Gesamt-Monatsmiete fristgerecht an den Vermieter zu überweisen.

In wie weit darf ich den Mietgrund benutzen? Bearbeiten oder Verändern? (z.b. Swimming Pool)

Soweit vertraglich nicht ausgeschlossen, darf ich als Mieter im Umfang der von der Baubehörde festgesetzten Bestimmungen Arbeiten auf dem Grund des Grundstücks vornehmen. Der Bebauungsplan schreibt in der Regel vor, in wieweit das Gelände verändert werden darf. Das Aufstellen von kleineren Anlagen wie einem Swimming Pool oder einem Trampolin sind zulässig.

Wie hoch ist so eine monatliche Miete für ein Grundstück?

Die monatlichen Mietkosten müssen grundsätzlich für beide Seiten attraktiv sein. Sonst kommt es nicht zum Vertragsschluss. Bei einem normalen Grundstück sind, je nach Lage, Mieten zwischen 300-500 EUR pro Monat realistisch. Bezogen auf den Grundstückswert liegt die Miete oder Pacht in der Regel in einem Bereich zwischen 1- 3 Prozent pro Jahr.

Muss ich die Erschließungskosten zahlen, wenn das Grundstück noch keine Erschließung hat?

Ja. Erschließungsbeiträge und Kosten für Naturschutzmaßnahmen nach dem BauGB sowie einmalige Abgaben nach dem Kommunalabgabenrecht, für die ein Bescheid ab Vertragsschluss zugestellt wird, trägt der Mieter. Als Mieter obliegt es mir zudem auf eigene Kosten eventuell anfallende Genehmigungen zu erwirken oder die erforderlichen Anschlüsse für die Errichtung eines Wohnhauses zu schaffen.

 Was für Kosten kommen außer der Miete noch auf mich zu?

Die Gesamtmiete setzt sich zusammen aus der Miete für das Grundstück und Nebenkosten für das Grundstück, die der Vermieter auf den Mieter umlegt. Hierunter fallen Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum am Grundstück laufend entstehen. Einmalige Kosten sind deshalb keine Betriebs- oder Nebenkosten. Zu den laufenden Kosten bei einem Grundstück zählen:

  • Laufende öffentliche Lasten des Grundstücks (Grundsteuer)
  • Straßenreinigung
  • Müllabfuhr

Die Grundsteuer wird berechnet, indem ein Einheitswert mit der Grundsteuermesszahl und mit dem von der Gemeinde festgesetzten Hebesatz multipliziert wird. Da die Hebesätze von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich ausfallen können, kann hier kein einheitlicher Wert für Deutschland angegeben werden.

Was ist, wenn ich nach dem Ablauf der Mietdauer das Haus nicht mehr brauche? Was bekomme ich dafür noch?

Nach Ablauf der Mietlaufzeit habe ich als Mieter verschiedene Optionen.

  1. Der Mietvertrag kann in beidseitigem Einvernehmen zwischen Vermieter und Mieter verlängert werden
  2. Das Gebäude wird umgezogen und an dem neuen Wunschstandort aufgestellt.
  3. Das Gebäude kann an den Grundstückseigentümer verkauft werden.
  4. Das Gebäude kann auf dem freien Markt veräußert werden. Der Käufer kann das Gebäude renovieren lassen und an einem anderen Ort wieder errichten .

Was kostet es mich das Haus nach Ablauf der Mietdauer z.B. 400 km innerhalb Deutschland umzuziehen?

Bei einem Gebäude mit 100 m² Wohnfläche bestehend aus zwei Modulen kann mit Umzugskosten in Höhe von circa 25.000 EUR gerechnet werden. Je nach Route muss ein gesondertes Angebot für die Logistik eingeholt werden, da diese erheblichen Einfluss auf die Kosten haben kann. Hierin eingeschlossen sind die Kosten für den Abbau, den Transport und den Wiederaufbau des Gebäudes.

Falls das neue Grundstück nicht erschlossen ist, werden zusätzlich Kosten für die Erschließung und die Herstellung des Fundamentes anfallen.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von solch einem Haus? Wann muss es renoviert werden?

Die Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit eines modularen Hauses entspricht der eines konventionell erstellten Gebäudes und steht diesem in nichts nach. Generell sollte nach rund 20 Jahren über eine Renovierung des Hauses nachgedacht werden. Die Fassade sollte gestrichen, Innenwände überarbeitet, die Technik auf den neuesten Stand und Böden erneuert oder instand gesetzt werden. Bei einem Dach ist nach 40-60 Jahren mit einer Erneuerung der Ziegel zu rechnen. Bei der Sanierung  werden die Vorzüge eines modularen Gebäudes ersichtlich. Durch den umlaufenden Bodenkanal können Leitungen und Kabel sehr einfach ausgetauscht und erneuert werden ohne Wände oder Decken großflächig öffnen zu müssen.

Wie flexibel ist es wirklich? Kann ich es beliebig wieder einsetzen nach dem Umzug?

Das Gebäude kann auch nach einem Umzug ohne Einschränkungen genutzt werden. Es ist davon auszugehen, dass im Falle eines Umzugs das Gebäude renoviert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht wird, sodass die Funktionalität des Gebäudes eher steigen dürfte.

In wie weit ist eine individuelle Planung möglich?

Das Gebäude kann individuell an die Wünsche des Bauherrn angepasst werden. Jedoch ist dafür eine normale Architekturplanung von Livable Home einzukalulieren. Der Grundriss kann in Bezug auf die Außenabmessungen und die Anordnung der Innenwände frei gestaltet werden. Begrenzende Faktoren beziehungsweise Randbedingungen sind:

  • Doppelwand an Modulstößen
  • Gerade und flache Sichtdecke unter der Dachkonstruktion. Somit ist kein Sichtdachstuhl möglich

Was passiert, wenn der Grundstückseigentümer stirbt? Muss ich das Grundstück räumen, wenn der Erbe den Vertrag nicht unterzeichnet? 

Nein. Mit Abschluss des Mietvertrages wird dieser im Grundbuch eingetragen. Damit ist das Nutzungsrecht des Mieters auf dem Grundstück verankert. Bei Vererbung werden somit sämtliche Vermieterpflichten mit an den neuen Grundstückseigentümer übertragen.

Im Falle einer Veräußerung, Vererbung oder sonstigen Übertragung des Grundstücks (oder Teilen des Grundstücks), oder im Fall des Abschlusses eines Erbbaurechtsvertrages an dem Grundstück ist der Grundstückseigentümer verpflichtet, sämtliche Vermieterpflichten aus dem Mietvertrag auf den neuen Rechtsinhaber (z.B. Käufer, Erbbauberechtigter, etc.) unverändert und vollständig mit zu übertragen. Der Grundstückseigentümer hat den Mieter schriftlich und unaufgefordert sogleich über das Rechtsgeschäft und den neuen Rechtsinhaber zu informieren und hat die entsprechend erfolgte Übertragung der Mietvertragspflichten zu belegen.

Kann ich einen Keller unter das Haus bauen lassen?

Eine Unterkellerung ist grundsätzlich möglich. Es muss der innere Wille des Bauherrn nach außen treten, dass das Haus nur auf Zeit mit dem Grund verbunden werden soll. Dies ist mit der Unterzeichnung des Mietvertrages der Fall. Die Handhabung des Kellers ist mit dem Grundeigentümer abzustimmen.